Taschenrechner mit Stift und Laptop

Mein Kassensturz. So viele Schulden habe ich wirklich

53.088,13 Euro. So viel steht bei mir aktuell unter dem Strich. Ich habe diese Zahl lange nicht gekannt – nicht, weil ich sie nicht hätte ausrechnen können, sondern weil ich sie nicht wissen wollte.

Drei Jahre Wegschauen

Drei Jahre lang habe ich das Thema vor mir hergeschoben. Briefe blieben liegen, mein Online-Banking habe ich nicht mehr geöffnet, und bei jeder Abbuchung habe ich gehofft, dass es irgendwie noch reicht.

Niemand in meinem Umfeld weiß davon. Nach außen läuft alles normal: Job, Familie, Alltag. Innen drin sind die Geldsorgen jeden Tag da – morgens beim Aufwachen, abends beim Einschlafen. Und dazu das Gefühl, eigentlich für meine Familie sorgen zu müssen und es gerade nicht so zu schaffen, wie ich es will.

Der Kassensturz

Irgendwann habe ich mich hingesetzt, alles vor mich gelegt – auch die Briefe, die ich nicht öffnen wollte – und jede einzelne Schuld aufgeschrieben. Das ist das Ergebnis:

  • 4 Privatkredite: zusammen 22.490,64 €
  • 8 Kreditkarten: zusammen 30.597,49 €
  • Gesamt: 53.088,13 € bei 12 Gläubigern
  • Monatliche Raten insgesamt: 2.144,75 €
  • Davon gehen allein für Zinsen drauf: 702,33 € pro Monat

Zwölf Gläubiger. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gewusst, dass es so viele sind. Genau das ist das Tückische an Kreditkarten und kleinen Krediten: Jeder einzelne wirkt überschaubar. Zusammen sind sie ein Berg.

Wie es sich angefühlt hat

Schrecklich. Ich will das nicht schönreden. Die Zahl schwarz auf weiß zu sehen, hat wehgetan.

Aber etwas hat sich trotzdem verändert: Das diffuse Chaos in meinem Kopf ist jetzt eine konkrete Zahl auf einem Blatt. Eine schlimme Zahl – aber eine, mit der man arbeiten kann. Solange ich nicht hingeschaut habe, war die Angst grenzenlos. Jetzt hat sie einen Umfang.

Woher die Schulden kommen

Ich will ehrlich sein, sonst ergibt dieser Blog keinen Sinn: Ein großer Teil meiner Schulden hat mit meiner Spielsucht zu tun. Das auszuschreiben fällt mir schwerer als jede Zahl in dieser Liste.

Ich habe lange geglaubt, das sei eine Frage von Willensstärke. Inzwischen weiß ich: Spielsucht ist eine anerkannte Krankheit – und Schulden und Sucht hängen oft enger zusammen, als man denkt. Ich lerne gerade, darüber zu sprechen. Hier ist ein Anfang.

Wie es jetzt weitergeht

Ich habe keinen perfekten Plan. Aber ich habe zum ersten Mal einen Überblick. Die nächsten Schritte:

  1. Ehrlicher Monatscheck: Was kommt rein, was geht raus – und was bleibt realistisch für die Tilgung übrig?
  2. Reihenfolge festlegen: Welche Schuld tilge ich zuerst? Die kleinste (Schneeball-Methode) oder die mit den höchsten Zinsen (Lawinen-Methode)?
  3. Mir Hilfe holen: Ich muss das nicht allein sortieren. Dafür gibt es kostenlose Beratung – dazu mehr in einem der nächsten Beiträge.

Einmal im Monat gibt es hier ein ehrliches Update: Wie viel ist abbezahlt, was hat funktioniert, was ist schiefgelaufen. Den aktuellen Stand siehst du immer auf der Startseite.

Und du?

Wenn du das hier liest und dich wiedererkennst: Du bist nicht allein, auch wenn es sich so anfühlt. Der erste Schritt ist nicht, alles auf einmal zu lösen. Der erste Schritt ist, hinzuschauen.

Genau dafür habe ich meinen Kassensturz als Vorlage gebaut. Alle Schulden auf einer Seite, Zinsen und Restlaufzeit werden automatisch berechnet. Kostenlos.

Wenn du selbst betroffen bist: Kostenlose Schuldnerberatung gibt es bei der Verbraucherzentrale, der Caritas, der Diakonie oder deiner Stadt. Bei Problemen mit Glücksspiel hilft die Telefonberatung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit – kostenlos und anonym: 0800 1 37 27 00.

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